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Kirchenliturgien zu Ostern




Biete Euch hier einige interessante Informationen über kirchliche Ostersitten, Osterliturgien, Osterbräuche, Osterrituale zur Osterzeit, speziell aber zur Osternacht und zum Ostersonntag an.

Diese Texte wurden aus antiquarischen Büchern aus dem Jahr 1895 entnommen und für Euch zusammengestellt.





Ostern Kirche






Fortsetzung von Seite 3 (Kirchliche Ostersitten)



Zwei Priester kommen in den Chor, treten in einiger Entfernung zum Grabe und singen (voce mediocri) gegen das antwortet ein Diakon, der hinter dem Grabe steht, psallierend: Quem quaeritis? Darauf jene: Jesum Nazarenum. Der Diakon: Non est hic. Ite nuntiate.Dann wenden sich die beiden Priester zum Chor und singen: Surrexit Dominus de sepulchro usque in finem. Nachdem die Antiphone beendigt ist, beginnt der Abt das Te Deum laudamus, mitten vor dem Altar stehend, und alsbald läuten die Glocken.

Ferner gibt Gerbert in dem genannten Werke aus einer Züricher Handschrift von 1260 noch eine Beschreibung der Auferstehungsfeier, wie sie damals in der dortigen Stiftskirche gehalten wurde. Auch hier sangen die Weiber (devote cantantes): Quis revolvet? Der Engel: Quem quaeritis. Die Weiber: Jhesum Nazarenum: Der Engel: Non est hic. Dann aber singt der Klerus die Antiphone: Currebant duo simul und nun gehen zwei Kanoniker, welche Petrus und Johannes darstellen, eilend zum Altar der Märtyrer (quasi festinanter vadunt ad altare martyrum), jedoch der jüngere schneller als der ältere. Dort werden sie nun von einem andern Kanoniker, der den Engel darstellt, empfangen und erhalten von ihm glänzend weiße Leintücher (candidissimis linteis ab ipso canonico receptis). Diese bringen sie zurück zum Klerus und indem sie dieselben in die Höhe halten, singen sie: Cernitis o socii, worauf dann der Chor sofort das Te Deum laudamus anstimmt.

In dieser Weise also hat das geistliche Osterdrama, auf liturgischem Untergrund seinen Anfang genommen, das Osterspiel, welches schon den Wettlauf Petri und Johannis zum Grabe zur Darstellung brachte, sich später immer mehr erweiterte, und im 14. und 15 Jahrhundert auch die der Höllenfahrt Christi als einen actus majestatis mit aufnahm.
Bei der großen Feier des Ostersonntags, des dies regalis durfte kein Schauspiel gehalten werden; in der nox angelica trat es an Stelle der früheren großen Tauffeier. Es dauerte später von Mitternacht bis gegen 4 Uhr morgens, denn da breitete sich das Höchste der Osterfeier vor, da nahte der Mittelpunkt des ganzen Kirchenjahres.
Wie einst im Tempel zu Jerusalem während der Dämmerung ein Priester auf der Zinne des Tempels stand und nach Osten schaute, bis er endlich einem wartenden Priester zurief:"Es wird Licht gegen Hebron," so hatte ein Subdiakon schon längst dem ersten Strahl der aufgehenden Sonne entgegen gesehen. Nun bricht er sich durch die Menge eine Bahn und eilt dem Altare zu, an welchem der Bischof eben die Epistel Kol. 3, 1-4: "Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet was droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes" beendigt - und ruft ihm zu: Reverendissime pater, annuncio vobis magnum gaudium, quod est Alleluja.
Sofort intoniert der Bischof das Halleluja und dies ist der Moment, in welchem die nox angelica, die Engelnacht, in den dies regalis, den Königstag, übergeht.
Dies mächtige, durch die ganze Kirche gehende Halleluja bei der Begegnung der Nacht und des Tages, bei der Feier des vollendeten Sieges des Lebens über den Tod, bei der Rückkehr des Auferstandenen aus dem Grabe und der Hölle ist der Höhepunkt der Osterliturgie. Ja nach diesem Halleluja, der Höhepunkt der ganzen Feier, hieß das Osterfest auch geradezu das Hallelujafest. Wie kein Tag des ganzen Kirchenjahres im Kultus der römischen Kirche so ausgezeichnet und so bedeutsam hervortritt als das Osterfest, so ist wiederum dies Halleluja der Höhepunkt der eigentlichen Osterfeier. Es ist der freudenreichste, herrlichste Jubelklang des ganzen Kirchenjahres. Erst später verlegte die alte Kirche die Feier auf die späten Morgenstunden und nur die griechische hat die ursprüngliche Feier beibehalten.

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