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Kirchenbräuche zu Ostern




Biete Euch hier einige interessante Informationen über kirchliche Ostersitten, Osterliturgien, Osterbräuche, Osterrituale zur Osterzeit, speziell aber zur Osternacht und zum Ostersonntag an.

Diese Texte wurden aus antiquarischen Büchern aus dem Jahr 1895 entnommen und für Euch zusammengestellt.





Osterbräuche






Fortsetzung von Seite 2 (Kirchliche Ostersitten)



Das ist der Psalm, der sich zum Willkommen der Neugetauften umso mehr eignet, als er zugleich die Freude der Gemeinde über Christi Sieg voll zum Ausdruck bringt.
Die folgenden acht Tage von Ostern bis zum nächsten Sonntage nannte man hebdomas neophytarum (die Woche der Neugetauften) oder octo dies neophytarum, weil während dieser Zeit in der Ostervigilie Getaufte ihre weißen Taufwänder trugen. Erst am Sonntag nach Ostern, welcher dominica in albis, oder "weißer Sonntag" heißt, legten dieselben ab. Der in der heutigen griechischen Kirche gebräuchlicher Name, Sonntag des Thomas, bezieht sich auf Joh. 20,24 fg., wo der Auferstandene dem zweifelndem Apostel erscheint mit der Aufforderung: Lege deine Hand in meine Seite! Und dieser anbetend vor ihm niederfällt mit dem Ausruf: "Mein Herr und mein Gott!" Der Name quasimodogeneti ist dem Introitus 1 Petr.2,2 entlehnt ("Und seid begierig nach der vernünftigen lautern Milch als die jetzt gebornen Kindlein!") und kommt erst im Mittelalter vor.
Eine solche Tauffeier in der Osternacht fand indessen nur in den ersten Jahrhunderten und später nur in den Ländern statt,die noch missioniert und evangelisiert wurden. Nach der Annahme des Christentums trat im Mittelalter an die Stelle der großen Tauffeier eine andere Feier, nämlich die der Höllenfahrt Christi und seiner Auferstehung im geistlichen Spiel, in sog. Misterium (altfranz. Mistere) ist nur die mittellat. Kürzung von ministerium (an das griechische-Geheimnis ist dabei nicht zu denken), eine Benennung, die uns auf den Dienst des Ministers, den liturgischen Dienst hinweist, welcher der ernste Untergrund dieser Spiele oder Dramen ist, die aus der kirchlichen Liturgie erwuchsen und gleich dieser dem Volke die Tatsachen der evangelischen Geschichte vergegenwärtigen sollte. Die Liturgie, zumal die österliche, ist ja ein Wechsel von Sang und Widersang, ein Gesang der Heilfreude und die Wette, wie die weltlichen Osterlieder des Volks ein Wettgesang der Naturfreude waren. Jenem sog. Streitgedichte steht der kirchliche Gesang der Heils- und Osterfreude zur Seite mit seiner edlen, kurzen dramatischen Vergegenwärtigung. So wurden eben durch die Liturgie die dramatischen Keime, die in unserm Volk lagen und die gerade zur Osterzeit im Osterspiel sich regten, weiter entwickelt. Zu den Wechselgesängen kamen zunächst die Notdürftigen Handlungen, welche im Kommen, Gehen und Räuchern bestanden, oder auch in der Übergabe der Grabestücher an die Apostel Petrus und Johannes. So hatte man also, wenn auch sehr sparsam, zum Bericht der Festgeschichte das mimische und dramatische Element hinzugefügt. Es bildete sich eine liturgisch-dramatische Elvetio Christi de sepulchro und aus dieser als Erweiterung das Osterspiel (ludus) des 14. und 15. Jahrhunderts. Aus szenischen Gründen wurde hier die Darstellung der Höllenfahrt hinter die Auferstehung verlegt, denn der Sieger über Hölle und Teufel konnte man nicht ohne Leib darstellen.

Ohne alles mechanische Beiwerk bestand solche Darstellung zunächst nur in der mimischen und sparsam angewandten dramatischen Vergegenwärtigung der Festgeschichte, bestimmt zur Erbauung des Volkes, nicht zum Zeitvertreib weltlicher Lust. So war es ja auch kein fremder, sondern in allen Zuschauern wohlbekannter Stoff; es war die alte, längst bekannte Festgeschichte, welche zu immer neuer Freude, zu immer festerer Heilsaneignung jährlich neu erlebt werden sollte. Einförmig und langweilig wurde solch misterium eben sowenig wie die kirchliche Liturgie oder auch ebenso wenig wie die Bilder der Apostel und Propheten, oder andere Gestalten der heil. Schrift, welche von den Säulen und Kirchenwänden auf das Volk herabschauten. Wie viele Maler haben biblische Gestalten und Gegenstände dargestellt, deren Gemälden man weder die Mannigfaltigkeit des Stoffes nach der Form absprechen kann.Ähnlich ist es mit diesen lebendigen Darstellungen der heil. Geschichte im ministerium mit ihrer tief gedachten Gruppierung der Personen und den feinen inneren Beziehungen des geschichtlichen Zusammenhangs in ihrer gedankenvollen Betrachtung.

Daß aber auch unser geistliches Schauspiel wirklich aus der kirchlichen Liturgie entstand, beweist schon die Tatsache, dass man den gottesdienstlichen oder kirchlichen Text der Festtage in ihnen ganz oder teilweise wiederfindet. Wenn man auch nicht wüsste, sagt Mone (Schausp. Des M.=A.I,6), dass die Auferstehungsfeier in der Kirche gehalten wurde, so könnte man es schon aus den geistlichen Osterspielen entnehmen. Ihren Wechselgesängen liegen die Responsorien des Gottesdienstes zu Grunde. Die Responsorien sind Wechselgesänge zwischen dem Priester und dem Volk; dieses antwortet jenem, und je größer die Kirche ist, desto lauter müssen beide werden, was von selbst zum Gesange führte, weil dieser weiter gehört wird, als das gewöhnlich gesprochene Wort. Dazu galt das Singen immer noch als eine heilige Rede; bis orat qui cantat.

Bei der Osterfeier war der Chor zum Zweck des Wechselgesanges eingeteilt, anfänglich in Solo und Chor, nachher auch in Duetten, Solo und Chor und in Terzetten.

Die Kirchentexte der Passion und Auferstehung sind in Prosa und bestehen größtenteils aus Bibelversen. Wie in der Vesper sonst die Psalmen verweise von abwechslungsreichen Chören gesungen wurden, so war es ähnlich auch mit diesen Antiphonen, die meist aus der alttestamentarlichen Weissagung genommen waren. Gereimte Texte finden sich kaum vor dem 12. Jahrhundert; sie wurden nur in einzelnen Kirchen zugelassen, nicht in das allgemeine Ritual aufgenommen. Man erlaubte sich im Ritual weder eine Erweiterung des Textes, noch eine andere Handlung als jene Übergabe der Grabtücher. Wie es in den Klöstern gehalten wurde, zeigt uns Gerbert, der berühmte Abt von St. Blasien im Schwarzwald (+1793) in seinen Monumenten der alten Alemannischen Liturgie (II, 237).

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