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Biete Euch hier einige interessante Informationen zu Ostern und Ostara. Die Texte beinhalten verschiedenen Osterzeremonien, Osterspiele und Osterbrauchtümer.
Über die Göttin Ostara der Frühlingsgöttin und über unsere Urfeste, die wir Menschen schon über Jahrhunderte feiern, gibt es hier einiges zu lesen.

Diese Texte wurden aus antiquarischen Büchern aus dem Jahr 1895 entnommen und für Euch zusammengestellt.





Tag und Nacht Gleiche






Fortsetzung von Seite 3 (Ostern Ostara)



Ich sah das Reh, das halbe, der Göttin rasch Gespann,
Ich hörte, wie die Schwalbe den Botenruf begann.
Es brach das Eis im Strome, es knopft der Schlehdornstrauch:
So grüßt die hohe Göttin, grüßt sie nach altem Brauch.
Da ziehn sie mit den Gaben zum Hain und zum Altar,
Die Mädchen und die Knaben, der Lenz von diesem Jahr:
Das Mädchen, das noch niemals im Reigentanz sich schwang,
Und doch vom Knabenspiele schon fernt ein scheuer Drang.
Der Knabe, der noch niemals den Speer im Kampfe schwang,
Und dem der Glanz der Schönheit doch schon zum Herzen drang.
Sie spenden goldnen Honig und Milch im Weiheguss.
Und fassen und umfangen dich in dem ersten Kuss.
Und durch den Wald, den stillen, frohlockt es: "Sie ist da!
Wir grüßen dich mit Freuden, o Göttin Ostara!"

Heilig sollen der Ostara gewesen sein die Maiblumen und die gelben Frauenpantöffelchen, auch Marienpantöffelchen und Frauenschühli - trifolium melilotus- genannt; sie habe man in die lodernden Oster- und Opferfeuer geworfen. Von den Farben seien ihr die des Lichts, besonders die gelbe heilig gewesen.
Spuren des Ostarakultus will man in manchen Gegenden finden. Unweit des Meißner in Hessen, im Felde des Dorfes Hilgershausen steht eine 80 Fuß hohe Felswand, unter der sich eine Höhle öffnet, der sog. "hohle Stein". In diese Höhle tragen am zweiten Ostertage Burschen und Mädchen der benachbarten Dörfer Hilgershausen und Kammerbach Sträuße von Frühlingsblumen als Opfer, trinken von dem Wasser des kleinen Sees, der dich in der Höhle befindet und nehmen in Krügen für die Ihrigen davon mit nach Hause. Ohne Blumen wagt niemand hinabzusteigen. In Oberbayern bindet man Kränze aus Gertraudenkräutern und gelben Frauenpantoffeln und wirft sie ins Osterfeuer. Auf dem Gipfel des hessischen Ostersteins befinden sich Felsblöcke, die ihre jetzige Gestalt nicht aus der Hand der Natur überkommen haben; ihre Form verrät eine frühere Opferstätte, und als man vor etwa dreißig Jahren einen Teil des Gesteins sprengte, fand sich im Sande unter Felsen ein Rest früheren Feuers, nämlich schwarze mit Kohlen untermischte Erde. Auf diesem Osternstein begingen die Burschen der benachbarten Dörfer bis vor etwa 50 Jahren, wo es verboten wurde, am Ostermontage besondere Festlichkeiten. Dort soll sich ein Heiligtum der Ostara befunden haben. In Oberbayern gibt es eine Osterharde, an der Jörgenkapelle in Regensburg liegt eine Osterburg; auf dem Gipfel des Heselberges in Mittelfranken ist eine Osterwiese. Auch an den Quellen der Weschnitz im Odenwalde soll ein Heiligtum der Ostara gewesen sein; als später die Germanen sich taufen ließen, ward die Göttin in die heil. Walpurgis umgetauft und an der Stelle jenes heidnischen Hains erhob sich eine christliche Kapelle. So geriet die alte Göttin in Vergessenheit, aber die Dörfer Ober- und Unterostern zu den Füßen der Walpurgiskapelle erinnern noch an jene Zeit, ebenso wie Osterode im Harz, das seinen Namen von der Göttin Ostara hat. Dass sie hier verehrt wurde, bezeugt u.a. eine Sage von der Osterjungfrau, nach welcher in den Trümmern einer vor dem Harztore auf einem Hügel gelegenen Burg eine wunderbar schöne Jungfrau verzaubert liegt. Die arme Bezauberte kann nur einmal alljährlich am Ostersonntag aus ihrem Kerker hervorgehen. Dann erscheint sie überaus schön, in schneeweißem Gewand, wandelt langsam vor Sonnenaufgang dem nahen Bache zu, wäscht sich darin und wartet, ob sie einer erlöse. Viele Menschen haben sie schon gesehen und mancher hat Geschenke von ihr bekommen, aber es hat noch keiner mit ihr durch die eiserne Tür kommen können, die ihr Gewölbe verschließt. Ein armer Leinweber aus Osterode trug am Sonnabend vor Ostern ein Srück Leinen nach Klausthal und wäre gegen Abend gern noch wieder zurückgegangen. Aber es war spät geworden und er blieb also die Nacht in Klausthal. Wie nun der Morgen graute, machte er sich auf den Weg, und wie die Sonne eben am aufgehen war, langte er oberhalb der "Freiheit" (so heißt die Vorstadt, welche der Seelefluß der Stadt Osterode trennt) an. Da sah er, wie eine schneeweiße Jungfrau, mit einem Bund Schlüssel im Gürtel, auf den Fluß zuging und sich darin wusch. Betroffen von der Erscheinung stand er still. Bald gewahrte ihn die Jungfrau und kam auf ihn zu. Und wie er ganz ehrerbietig den Hut abzog und sie freundlich dankte, fragte der Leinweber, warum sie denn schon so früh aufgestanden sei und sich in diesem Wasser wasche. "Das pflege ich jeden Ostermorgen vor Sonnenaufgang zu tun," antwortete die Jungfrau,"und davon bleibe ich immer schön und jung." Der Leinweber fragte weiter, wo sie wohne, und ob ihr Haus weit von hier sei? "Nicht weit! Wenn du Lust hast, will ich dich hinführen!" Bald kamen sie an den Trümmerhaufen der Burg, der dem Manne jetzt ganz anders und viel besser vorkam als sonst, und standen vor einer eisernen Tür, die hatte der Weber noch nie bemerkt. Vor derselben, auf einem grünen Platze, blühten drei Lilien; die Jungfrau brach eine, gab sie dem erstaunten Manne und sagte: "die nimm mit nach Hause und verwahre sie wohl." Der Weber dankte ihr ganz treuherzig und steckte die Blumen an seinen Hut. Wie er wieder aufsah, war die schöne Jungfrau wieder verschwunden; die Tür war auch nicht mehr zu sehen und die alte Burg stand wieder so traurig und zerfallen da wie immer. Zu Hause legt er die blanken Harzgulden, die ihm sein Leinen eingebracht auf den Tisch, den Hut mit der Lilie daneben. Da fragt seine Frau, woher er denn die herrliche Lilie bekommen, die schimmert ja wie eitel Gold und Silber. Und als er ihr alles erzählte, ruft die Frau: "Ach, das ist die Osterjungfrau gewesen, und das ist auch keine gemeine Lilie, sondern lauteres Gold und Silber. Du warst zur guten Stunde des Weges gekommen."



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